Gesundheit - Sennenhunde von Langenzeil

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Gesundheit

Grosse Schweizer



Der Große Schweizer ist im Großen und Ganzen gesehen noch eine relativ gesunde und robuste Hunderasse, trotzdem gibt es ein paar gesundheitliche Probleme, mit denen er sich, wie auch andere Rassehunde oder Mischlinge, herum schlagen muss.
Auf ein paar Erkrankungen möchte ich zu Ihrer Information nachfolgend kurz eingehen.


HD (Hüftgelenksdysplasie)

Ist vielen ja ein Begriff, ist aber beim GSS kein allzu großes züchterisches Problem.


OCD (Osteochondrosis dissecans) und ED (Ellbogendysplasie)

Sind beides Erkrankungen der großen Gelenke an den Vorderbeinen (Schulter u. Ellenbogen) kann aber auch in den anderen großen Gelenken (Knie und Sprunggelenk) auftreten.

Bei der OCD des Schultergelenkes kommt es im Laufe des Wachstums zu einer Verdickung des Gelenkknorpels, der dann nicht mehr durch die Gelenkschmiere ernährt werden kann. Der Umbau des Knorpels in Knochen ist gestört, es bilden sich Risse im Knorpel, der dann abstirbt und sich löst. Es bildet sich eine so genannte Gelenkmaus. Dieser Vorgang findet im Schultergelenk immer an einer bestimmten Stelle des Oberarmkopfes statt. Mal mehr, mal weniger groß.
Die Hunde gehen dann lahm und müssen operiert werden.

ED ist eine Wachstumsstörung im Ellenbogengelenk. Es gibt drei verschiedene Formen. Die häufigste Form ist wohl ein Absprengung eines kleinen Knochenstücks (isolierter Processus coronoides) auf dem im Wachstum ein sehr großer Teil des Gewichtes der Vorhand liegt. Ausgelöst durch eine unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeit von Elle und Speiche. Dadurch kommt es im Gelenk zu einer Stufenbildung, dadurch wird dieses besagte Knochenstückchen zu stark belastet und es kann abbrechen.
Auch dabei gehen die Hunde lahm und müssen operiert werden. Sie sollten beim Kauf eines Welpen darüber nachdenken eine OP-Versicherung abzuschliessen.
Beide Erkrankungen sind sogenannte Erbumwelterkrankungen. Man sagt, dass ungefähr 1/3 Haltung und Bewegung, 1/3 Ernährung und 1/3 Vererbung eine Rolle spielen. Das ED-Röntgen wurde beim SSV ausgesetzt, da beim GSS kein allzu häufiges Problem.


Katarakt (grauer Star)

Kommt beim GSS vor, macht aber in der Regel nicht blind.

Magendrehung

Die Magendrehung kann bei allen Rassen, die einen tiefen Brustkorb haben, vorkommen. Über die Ursachen tappt die Wissenschaft noch im Dunkeln.
Es ist eine hochdramatische Erkrankung, bei der schnelles Eingreifen erforderlich ist.
Der Magen des Hundes hängt relativ lose in der Bauchhöhle und kann sich durch eine falsche Bewegung oder gärendes Futter überschlagen (nur teilweise oder komplett). Das heißt,  Ein-und Ausgang sind verschlossen und die Blutgefäße werden abgeschnürt. Die Eingeweide werden nicht mehr durchblutet und auftretende Gase im Magen können nicht mehr nach außen (als Komplikation kann es zusätzlich zu einer Milzdrehung kommen, oder umgekehrt erst die Milz und dann der Magen).
Symptome
Es kann sowohl bei vollem wie auch bei leerem Magen auftreten und betrifft vor allem ältere Hunde, kann aber auch beim Junghund auftreten.
Der Hund ist unruhig, legt sich hin, steht wieder auf und versucht zu erbrechen, aber es kommt nichts oder sehr wenig oder nur zäher weißer Schleim. Der Bauch wird immer dicker, zuerst mehr auf der linken Seite. Die Schleimhäute werden blass, der Hund immer hinfälliger und er jammert.
Jetzt muss schnell gehandelt werden. Der Hund muss schnellst möglich zum Tierarzt. Erkundigen sie sich am besten bei einem Impftermin, ob ihr Tierarzt in der Lage ist, eine Magendrehung zu operieren auch mitten in der Nacht. Interessanter weise tritt die Magendrehung meistens abends und in der Nacht auf. Falls ihr Hund nicht unmittelbar in ihrer Nähe schläft, sondern im Erdgeschoss oder im Flur, schaffen sie sich ein Babyfon an, dann bekommt man es eher mit, falls etwas nicht stimmt.

Licky Fits (Leckattacken)

Dabei handelt es sich um eine Übersäuerung  des Magens oder Sodbrennen. Es äußert sich durch sog. "Leckattacken" oder "Licky Fits". Der Hund wird unruhig und beginnt sich nervös über Maul und Nase zu lecken und heftig zu schlucken. Er fängt an über Teppiche und Fußboden zu lecken, evtl versucht er auch den Putz von den Wänden zu schlecken. Unter Umständen fängt er an, alle möglichen Sachen zu fressen, Decken, Gardinen, Teppiche und Kissen und ist sehr schlecht davon abzubringen.
Erste Maßnahme ist, geben sie ihm einen trockenen Zwieback oder trockenes Brot/Brötchen und einen Säureblocker z.B. Maaloxan oder einfach Bullrichsalz, evtl auch Lefax gegen aufgasen. Lassen sie den Hund nicht unbeaufsichtigt in den Garten, er könnte Holz oder Steine aufnehmen. Ein bisschen Gras ist erlaubt, aber nicht zu viel. Manche Hunde erbrechen nach dem Gras und dann ist meistens Ruhe.
Übrigens viele Tierärzte kennen dieses Phänomen nicht.

Epilepsie

Jetzt komme ich zu einer der schlimmsten Erkrankungen, die einen Hund treffen kann.
Epilepsie ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems die sich genau wie beim Menschen in Krampfanfällen äußert. Es gibt große (Grand Mal) und kleine (Petit Mal) Anfälle. Die großen Anfälle erkennt man daran, das der Hund plötzlich umfällt, er beginnt zu speicheln, rudert mit den Beinen, verliert Urin und ist bewusstlos. Die kleinen Anfälle machen sich z.B. durch zucken einer Gesichtshälfte oder zucken eines Beines bemerkbar oder durch unvermutetes Bellen oder starren in die Luft oder Fliegenschnappen, obwohl keine Fliegen da sind.

Bewahren sie in einem solchen Fall (Grand Mal) die Ruhe, achten sie darauf, dass er sich nicht verletzen oder die Treppe herunter fallen kann. So ein Anfall kann nur Sekunden oder bis zu 5 Minuten dauern. Nach dem Anfall sollten sie ihn nicht gleich anfassen, man kann nie wissen wie der Hund danach reagiert. Warten Sie einen Moment, er könnte nach einem solchen Geschehen in seiner Verwirrung zubeißen. Ist der Anfall vorbei ist er oftmals verwirrt, unsicher, manchmal auch vorüber gehend blind und taub, hungrig oder durstig. Sprechen sie zunächst den Hund an, reagiert er wieder normal, können sie ihn wieder anfassen und streicheln.
Es gibt viele Ursachen für Krampfanfälle, z.B. Stoffwechselstörungen, Herz-Leber und Nierenerkrankungen, Vergiftungen, Tumore, Traumen, Infektionen, Unterzuckerung, Calciummangel und Missbildungen (Wasserkopf) aber auch eine genetische Disposition, die beim GSS anzunehmen ist.
Die Diagnose idiophatischer (vererbbare) Epilepsie kann nur anhand einer Ausschlussdiagnose gestellt werden, am besten bei einem Vet.-Neurologen.
Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Ist sie  erblicher Natur, kann der Hund durch eine lebenslange Medikamentengabe in der Regel gut eingestellt werden. Es gibt allerdings auch Fälle, wo dies nicht gelingt.
Beim GSS tritt diese Erkrankung bei 3-5% der Population auf. Andere Rassen, und es werden immer mehr, auch Mischlinge, sind z.T. viel schlimmer betroffen. Beim Belgischen Schäferhund (Tervueren) z.B. ca. 20%.
Der Erbgang ist noch nicht geklärt. Die Wissenschaft ist eifrig am forschen. Der SSV bemüht sich durch strenge Zuchtvorgaben die Epilepsie zu bekämpfen und vor allem wird mit diesem Problem offen und ehrlich umgegangen.

Jetzt habe ich Sie über alle Erkrankungen, die beim GSS häufiger vorkommen, informiert. Aber bedenken sie bitte, alle diese Erkrankungen kommen auch bei vielen anderen Hunderassen und auch Mischlingen vor. Es wird nur nicht darüber gesprochen. Krankheiten gehören zum Leben dazu.

Die Lebenserwartung eines GSS beträgt etwa 10-12 Jahre. Die älteste Hündin wurde 16 Jahre und 4 Monate alt.



 
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